„Let me take you by the hand and lead you through the streets of …“
Was würde mir Gott zeigen, wenn er mich an der Hand nehmen und durch den Ort führen würde?
Die alte Frau, die sich beim Gehen schwertut, aber ganz erfüllt vom Fliederduft ist? Das Kind, das voller Stolz eine Eins in Mathe im Schulranzen nach Hause trägt? Das junge Mädchen, das so viel Glitzer im Gesicht trägt, dass dazwischen die Tränen nicht zu sehen sind? Der Hund, der voller Freude seinen Lieblingsball im Maul trägt?
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Baustellen
„Ich wollte doch noch …“ „Eigentlich müsste ich …“ „Ich darf bloß nicht vergessen …“ Manchmal habe ich so viele Baustellen in meinem Leben, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll.
Zugegeben: Ein Haus baut sich nicht von allein. Auch mein Leben braucht Planen und Arbeiten. Vielleicht geht es auch mit weniger Druck: „Schaut euch die Vögel am Himmel an: Sie säen und ernten nicht und Gott ernährt sie doch.“
abgestaubt
Eine ganze Reihe Erfolge. Manches ging leicht von der Hand, bei anderem musste ich mich wirklich anstrengen. Wahnsinn, was ich schon alles geleistet und geschafft habe.
Und mittendrin Gott. Er fällt kaum auf.
Auch seine Botschaft ist unauffällig: Du bist gut, so wie du bist. Egal was kommt und was du machst. Ich hab dich gern.
selbstvergessen
„Höher, und höher, jaaa!“ Nichts ist mehr wichtig. Es zählt nur der Augenblick. Der Schwung trägt mich immer weiter. Das sollte nie aufhören. Gut, dass ich nicht allein bin.
mitfahren
„Vorsicht, da kommt einer aus der Ausfahrt!“ – „Hey, brems doch!“ – „Du musst eher schalten!“ Es kann ganz schön nerven, wenn jemand ständig hineinredet und kritisiert. Sich einmischt, wo es nicht gefragt ist. Sich als Oberlehrer aufspielt.
Dagegen höre ich gerne auf gute Ratschläge, einfühlsame Hinweise und aufbauende Worte. Dann spüre ich: Einer ist für mich da.
sich erinnern
Wenn meine Oma früher vom Einkaufen zurückgekommen ist, war das Schönste, wenn sie ein frisch gebackenes Brot mitgebracht hat. Das hat vielleicht geduftet. Da hineinbeißen …
Sich erinnern an das Gute im Leben, an das Gute am Leben … “ Nehmt und esst. Das bin ich für euch.“
unbeachtet
Keiner schaut auf dich. Aber das kennst du ja. Obwohl du mittendrin dabei bist. Irgendetwas ist da wohl wichtiger, interessanter, dringender, unterhaltsamer … Zumindest scheint es so. Und du? Bleibst einfach da und bietest dich an. Immer. Überall.
entdecken können
Puh! Die Schulbank drücken, war nie meine Sache. Langeweile, Lerndruck, Hausaufgaben.
Jahre später ändert sich mein Blick: Ich konnte so Vieles entdecken. Warum funktioniert etwas? Wie ist etwas entstanden? Was macht mein Körper mit der Luft, die ich atme? Was kann ich alles mit Worten ausdrücken – oder doch besser mit Musik?
So viel Schönes hat Gott in die Welt gelegt und manchmal auch in Unscheinbarem versteckt. Und ich darf all das entdecken, wenn ich neugierig bleibe.
Herbst
Durchs Laub laufen, dass es nur so raschelt, sich mit den bunten Blättern gegenseitig bewerfen, sich rückwärts in die hohen Laubhaufen fallen lassen …
Nur noch einmal so unbeschwert wie ein Kind in den Tag leben können …
Ich mache mich gleich auf in den Park!
vergessen
Ach, wer hat dich denn da vergessen? Du gehörst doch da drüben in die Kirche rein! Dich hier so abzustellen.
Gold, Silber und Edelsteine sind doch was wert.
Und jetzt so auf dem Präsentierteller. Da kann dich ja jeder mitnehmen.
Wobei. Farblich würdest du ja zum Brunnen und den ganzen Algen hier gut passen.
Jetzt muss ich auch noch klettern, um dich zurückzubringen. Du bist schuld, wenn ich jetzt nasse Füße bekomme.