… ist Gott anders!

Grafik: waghubinger.image
… ist Gott anders!

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Endlich sitzen und Pause machen, einfach mitten im Alltag – das tut richtig gut. Noch besser wäre es, wenn ich all die Gedanken aus meinem Kopf verbannen könnte, die mich beschäftigen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Vielleicht gelingt es mir ja, sie für einen Moment zumindest loszulassen, abzuschalten und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.
Es gibt Tage, da geht es mir richtig gut, das Leben macht richtig Freude. An anderen Tagen bin ich schlecht gelaunt, missmutig oder habe keinen Antrieb. Auf und ab – so geht es im Leben immer wieder. Ob mir das gefällt oder nicht. Und dann wissen: Einer gibt mir Halt. Daran kann ich mich festhalten. Das ist schon sehr ermutigend.
Ich liebe deine Lachfältchen unter den Augen. Du solltest mehr lachen. Und diese paar grauen Haare finde ich super: du hast schon so viel erlebt und durchgestanden.
Auch an die Narbe kann ich mich gut erinnern: es war sehr gefährlich bei dem Wetter wandern zu gehen. Und der Pickel da hinter dem Ohr. Lustig, dass er da ist.
Wie schön du doch bist.
Ein Klettergerüst. Auch wenn ich kein Kind mehr bin: einfach mal hängen lassen. Nichts tun müssen. Die Schuhe abstreifen, den Himmel über sich vorbeiziehen lassen und den Wolken nachschauen.
Gott liegt neben mir, hat die Schuhe abgestreift, lässt den Himmel über sich vorbeiziehen und schaut den Wolken nach. Einfach so.
„Hände hoch oder ich schieße!“ – „Peng, peng, peng!“ – „Du entkommst mir nicht!“ So ähnlich hat es geklungen, wie ich als Kind Polizei gespielt habe. Natürlich haben immer die Guten gesiegt. Das ist im richtigen Leben nicht immer so – leider. Aber ich kann mich immer an jemanden wenden, wenn ich Hilfe brauche. Gott sei Dank.
„Was machst du denn da?“
„Dir auf die Finger schauen, was du mit deinem Geld machst! Nein, Quatsch. Kleiner Scherz. Das Geld ist deine Sache.“
„Ich bin da, wo du bist. Und da, wo die anderen sind.
Und glaub mir, hier standen schon viele Menschen. Viele wollten nur schnell Geld holen, manche aber hatten große Angst, ob das Geld reichen wird, das sie jetzt holen wollen. Ich hab viele Ängste gesehen, viel Wut gespürt und auch so manche Vorfreude miterlebt.“
„Let me take you by the hand and lead you through the streets of …“
Was würde mir Gott zeigen, wenn er mich an der Hand nehmen und durch den Ort führen würde?
Die alte Frau, die sich beim Gehen schwertut, aber ganz erfüllt vom Fliederduft ist? Das Kind, das voller Stolz eine Eins in Mathe im Schulranzen nach Hause trägt? Das junge Mädchen, das so viel Glitzer im Gesicht trägt, dass dazwischen die Tränen nicht zu sehen sind? Der Hund, der voller Freude seinen Lieblingsball im Maul trägt?
„Ich wollte doch noch …“ „Eigentlich müsste ich …“ „Ich darf bloß nicht vergessen …“ Manchmal habe ich so viele Baustellen in meinem Leben, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll.
Zugegeben: Ein Haus baut sich nicht von allein. Auch mein Leben braucht Planen und Arbeiten. Vielleicht geht es auch mit weniger Druck: „Schaut euch die Vögel am Himmel an: Sie säen und ernten nicht und Gott ernährt sie doch.“
Eine ganze Reihe Erfolge. Manches ging leicht von der Hand, bei anderem musste ich mich wirklich anstrengen. Wahnsinn, was ich schon alles geleistet und geschafft habe.
Und mittendrin Gott. Er fällt kaum auf.
Auch seine Botschaft ist unauffällig: Du bist gut, so wie du bist. Egal was kommt und was du machst. Ich hab dich gern.